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Absage

Das Pflasterstrand-Festival wird nicht in der geplanten Form stattfinden können, der Antiracist-Congress findet trotzdem statt!

Leider müssen wir euch mitteilen, dass das Pflasterstrand Campus Festival nicht in der von uns geplanten Form stattfinden kann. Unser Festival-Team hat sich die Beine ausgerissen und seit unserer Amtsübernahme oft bis spät in die Nacht gearbeitet, um nach Jahren der Abstinenz wieder ein Campus-Festival möglich zu machen, jedoch stehen uns unüberbrückbare Probleme entgegen, wegen derer wir Ende der letzten Woche die Entscheidung treffen mussten, das Pflasterstrand in der angekündigten Form abzusagen. Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, zu retten, was zu retten ist und werden euch dazu auf dem Laufenden halten.

Was sind die Probleme?

Wir möchten euch an dieser Stelle transparent machen, wie es zu dieser Entscheidung kam und welchen Problemen wir uns gegenübersehen. Ganz konkret gibt es zwei Kräfte, die ein antirassistisches Festival verhindert haben; und das in der aktuellen, gesellschaftlichen Gemengelage.

Mangelnder Wille beim Flächenmanagement

Erstens war es uns, trotz der Zusage des Präsidenten der UHH, wochenlanger Verhandlungen und Eingehen auf alle möglichen Anforderungen nicht möglich, eine abschließende Genehmigung der Stabsstelle Flächenmanagement der Uni zu bekommen. Wir mussten nun einsehen, dass es real nicht gewollt ist, eine derartige Veranstaltung durchzuführen. Wir haben ein umfangreiches Konzept eingereicht, wie wir den reibungslosen Ablauf des Festivals und die Unversehrtheit der Gäste gewährleisten und dieses mehrfach nach den Vorgaben des Flächenmanagements überarbeitet. Über Wochen hinweg wurden jedoch willkürlich immer wieder neue Anforderungen aufgeworfen und uns auch auf Anfrage kein Kriterienkatalog zur Verfügung gestellt, anhand dessen wir eine vollständige Abarbeitung hätten sicherstellen können. Wir haben sowohl das Einverständnis der Feuerwehr und der Polizei erhalten und dennoch hält sich das Flächenmanagement bedeckt; sagt weder ja noch nein.

In den vergangenen Jahren wurden Sommerpartys, Kongresse und sonstige Veranstaltungen, welche entweder FSRe, Fachbereiche oder sonstige Institutionen der Uni organisieren wollten immer wieder vom Flächenmanagement blockiert und mittels absurd restriktiver Sicherheitsauflagen oder Brandschutzbestimmungen, welche sich in dieser Form nirgendwo sonst in der Stadt finden lassen, verhindert. Es bleibt für uns nur der Schluss übrig, dass die Präsidialverwaltung sich zwar öffentlich als kooperativ darstellt, de facto jedoch kein Interesse an einer regen und von der eigentlichen Universitätsgemeinschaft organisierten Campuskultur hat. Wir als AStA kritisieren das in aller Form und werden uns weiterhin einer derartig kulturfeindlichen Politik entgegenstellen.

All dem zu Trotz hätten wir dennoch stoisch alle noch so absurden Auflagen des Flächenmanagements erfüllt, damit das Festival stattfinden kann. (Als Beispiel sei hier die geforderte Verfünffachung der professionellen Securities im Vergleich zu den letzten Campus Open Airs genannt.) Dies wäre allerdings mit exorbitant gestiegenen Kosten, sowie damit einhergehend einer Anpassung des AStA-Haushalts verbunden gewesen.

Vollkommener Wahnsinn bei den Listen CampusGrün, SDS*, Liste Links und harte zeiten

Viel erschreckender ist aber noch der unbedingte Wille sich als politisch links deklarierender Listen (CampusGrün, SDS*, Liste Links und harte zeiten), dieses antirassistische Festival zu verhindern. Der Dreh- und Angelpunkt hierfür war der Haushalt der Verfassten Studierendenschaft. Wenn ein neuer AStA gewählt wird, ist es normal, den alten Haushalt mittels eines sogenannten Nachtragshaushalts an die Bedarfe des möglicherweise geänderten politischen Programms anzupassen. Dieser muss vom AStA erstellt und im Studierendenparlament verabschiedet werden und genau hier haben die genannten Listen jeden Weg der Demokratie und des gegenseitigen Respekts verlassen. Nachdem der Opposition bewusst wurde, dass sie für diese Legislatur nicht mit einer Stimmenmehrheit rechnen konnte, wurden die Sitzungen, in denen der Haushalt umfassend hätte diskutiert und beschlossen werden können, durch gezieltes Filibustern, Geschrei, Drohgebärden, Beschimpfungen und sonstiges Stören der Sitzung torpediert und jegliche sachliche Auseinandersetzung verhindert. Durch diese Methoden konnte bei der 4. StuPa-Sitzung lediglich ein einziger Tagesordnungspunkt von 14 behandelt werden, während nicht eine Minute offizielle Redezeit verbraucht wurde. Die 5. Sitzung, auf die die Beratung dann zwangsläufig vertagt wurde, lief vergleichbar ab, sodass im Endeffekt keine finanzielle Grundlage für unsere präferierten Planungen besteht. Um es in zwei Sätzen zu verdeutlichen: Es gab eine Mehrheit für unseren Haushaltsentwurf. Der normale demokratische Prozess als Opposition wäre gewesen, diesen zu diskutieren und dann bei Dissens abzulehnen; die genannten Listen weigerten sich jedoch, das zu akzeptieren, und deswegen wurden eine Debatte und die demokratische Beschlussfassung komplett sabotiert.

Wir sind absolut schockiert darüber, mit welchen Mitteln und mit welcher Vehemenz CampusGrün, SDS*, Liste Links und Harte Zeiten ein pluralistisches und antirassistisches Festival verhindern wollten und auch konnten, obwohl hier grundlegend gesellschaftlich relevante Themen hätten diskutiert werden können. Es war unser Wunsch niedrigschwellig zu politisieren und gerade im Zuge des gesellschaftlichen Rechtsrucks ist die umfassende Beschäftigung mit Antirassismus dringend notwendig. Ebenfalls mit einem Stand vor Ort gewesen wären Sea-Watch, welche über die aktuellen Vorgänge am Mittelmeer hätten berichten können und an die auch die Getränkeeinnahmen des Seedrachen-Floors gespendet worden wären. Zudem hätte das Hamburger Bündnis gegen Rechts seine Arbeit vorgestellt und einen Workshop angeboten, wie man rechtem Gedankengut argumentativ begegnet. Viele weitere Hamburger Initiativen hätten sich eingereiht, wie z.B. Aufstehen gegen Rassismus, das Café Exil, die Refugee Law Clinic, Romani Kafava, Women in Action etc. pp.

Im Endeffekt lässt sich sagen, dass die oben genannten Listen aus reiner Boshaftigkeit, aus Rache wegen ihrer Abwahl aus dem AStA, den sie nahezu als ihr Eigentum betrachten, und ohne irgendeinen inhaltlichen Bezug all dies genauso blockiert haben wie sie es teilweise seit Jahrzehnten mit dem sonstigen hochschulpolitischen Diskurs tun. Jegliche Methoden, die nicht zuhauf in den Mensen ausgelegten Flugblättern entsprechen, und jedes innovative Konzept, Studierende für Hochschul- und außeruniversitäre Politik zu interessieren sowie konkrete Partizipationsmöglichkeiten aufzuzeigen, wird abgelehnt und bekämpft.

Solche Handlungsweisen sind nicht „progressiv“, „links“ oder „solidarisch“.

Sie sind ewiggestrig, anmaßend und egomanisch.

Der Campus ist links und der AStA ist es auch.

Deshalb lädt der neue AStA Euch ganz herzlich am 13. und 14. Juli zum Antiracist-Congress ein:

Freitag, 14-16 Uhr
Fokus: Rassismus
Allende-Platz 1 (Pferdestall)

Samstag, 11.30-13.30 Uhr
Fokus: Flüchtlingspolitik
Allende-Platz 1 (Pferdestall)

Samstag, 14-16 Uhr
Fokus: Nationalismus & Rechtspopulismus
Allende-Platz 1 (Pferdestall)

Alle Infos gibt’s auch auf campusfestival2018.hamburg/politics/

Und hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung
www.facebook.com/events/1905917959459923/

Besonderer Dank an: