Fokus: Rassismus

Diese Informationen sind nicht mehr auf dem allererneuesten Stand. Für die aktuellste Übersicht siehe: https://www.facebook.com/events/1905917959459923/

Freitag, 14-16 Uhr

Der Fokus der meisten Workshops/Vorträgen in diesem Slot liegt auf dem Thema Rassismus. Nähere Informationen, weitere Workshops und Rauminformationen werden laufend ergänzt!

RASSISMUS

Hana Abucar – Rassismus – und ich? [Workshop]

– Ankündiger folgt –

Prof. Dr. Freerk Huisken -Worin sich der Rassismus der AfD von dem der regierungsamtlichen Ausländerpolitik unterscheidet [Vortrag&Diskussion]

Es fällt leicht, auf den ausländerfeindlichen Rassismus in den völkischen Tönen der AfD-Repräsentanten zu deuten. Das gelingt allen Kritikern der AfD von den Linken bis zum Regierungslager. Rassismus, darin besteht der Konsens dieser Kritiker, ist menschenverachtend. Er gehört sich nicht in der Demokratie, zumal nicht für deutsche Bürger, die bei jedem öffentlich gemachten Übergriff auf Ausländer und bei brennenden Asylheimen an Antisemitismus und den Holocaust denken sollen. Vor Parteitagen der AfD versammeln sich denn auch Kritiker dieser „Braunen“, die sich zu den kritischen und weltoffenen Deutschen oder zu den „Bunten“, zählen, und die deutsche Demokratie vor der AfD retten wollen.
Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass es sich bei allen verbalen und gewalttätigen Übergriffen auf Ausländer um Rassismus handelt. Doch ist mit dem Deuten darauf nicht zugleich ermittelt, was sich in den Köpfen dieser übergriffigen Bürger an falschen Gedanken über die Sortierung der Menschheit nach In- und Ausländern herumtreibt. Und falsche Gedanken über Menschen mit diesem und jenem Pass müssen es schon sein, wenn deutsche Bürger auf die Idee kommen, Mitbürger, die sie nicht kennen und die ihnen – wie es dann heißt – auch „nichts getan haben“, mit Worten und Taten anzugreifen, ihnen darüber sehr eindrücklich das Recht absprechen, sich in ihrer deutschen Heimat um Wohnung, Arbeit oder Familie zu sorgen.

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Die regierenden und opponierenden Demokraten sind sich auf jeden Fall sicher, dass sie mit dem Nationalismus des „Dritten Reiches“ auch den Rassismus ein für alle Mal hinter sich gelassen haben. Bei ihnen fällt es nicht unter völkisches Gedankengut, wenn ein Innenminister erklärt, dass es „über Sprache, Verfassung und Achtung der Grundrechte hinaus etwas gibt, was uns im Innersten zusammenhält, was uns ausmacht und was uns von anderen unterscheidet.“ (de Maiziere, Leitkultur für Deutschland 2017) Es hat für sie natürlich auch mit Rassismus nichts, mit „aufgeklärtem Patriotismus“ aber sehr viel zu tun, wenn Bundespräsidenten von Richard von Weizsäcker bis Joachim Gauck es für selbstverständlich halten, dass es ein „naturgegebener Sachverhalt ist, deutsch zu sein“, und dass „wir als Deutsche unsere Heimat lieben“. (R.v.Weizsäcker 1985) Dass deutsche Herrschaften auf eine ständig auf den neusten Stand gebrachte Ausländergesetzgebung Wert legen, die genau fest legt, was ein Ausländer ist und wer von diesen „Fremden“ das deutsche Volk zur Bevölkerung ergänzen darf, wenn er sich denn ordentlich integriert, und wer nicht, das ist für die amtierenden Demokraten nichts als ein Erfordernis eines Gemeinwesens, das auf seinen Zusammenhalt achtet. Auch wenn sie über die konkrete Durchführung schon mal in Streit geraten.

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Es hat aber immer seine Gründe, wenn etablierte Politiker in den Rechtspopulisten eine Fundamentalopposition sehen und den Vorwurf des „Volksverrats“ wegen des „Bevölkerungsaustauschs“ (Gauland auf AfD-Parteitag) per „Willkommenskultur“ vehement zurückweisen. Doch ist auch nicht zu übersehen, dass die Regierungspolitiker sich nicht nur in der Flüchtlingsfrage mit der AfD zunehmend besser verstehen. Da gibt es Einiges zu klären.

Freerk Huisken ist Professor im Ruhestand an der Universität Bremen mit dem Schwerpunkt Politische Ökonomie des Ausbildungssektors.
2012 veröffentlichte er bei VSA: »Der demokratische Schoß ist fruchtbar… Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus«, im Frühjahr 2016 erschien sein Standardwerk zur Kritik der »Erziehungim Kapitalismus« in einer aktua lisierten Neuausgabe.

Markus End – Was ist Antiziganismus? [Vortrag&Diskussion]

Antiziganismus ist bis heute ein wissenschaftlich wie gesellschaftlich unterbelichtetes Phänomen. Gleichzeitig muss er nach wie vor als wirkmächtiges Gewaltverhältnis verstanden werden, auch in Deutschland:
Regelmäßig kommt es zu gewalttätigen Übergriffen auf Rom*nja, Sinti*ze oder Menschen, die dafür gehalten werden, institutionelle Diskriminierung ist für Betroffene Alltag, in der Öffentlichkeit werden rassistische Diskurse zu ‚Armutszuwanderung‘ oder ‚Asyltourismus‘ ausgetragen.

Der Vortrag wird einen Ansatz zur Analyse des Antiziganismus vorstellen und im Anschluss einen Überblick über gegenwärtige Ausprägungen und Erscheinungsformen in Deutschland gegeben.

Markus End ist promovierter Sozialwissenschaftler und als selbstständiger wissenschaftlicher Autor und Referent tätig. Er ist Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung.
Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen Theorien des Antiziganismus, antiziganismuskritische Bildungsarbeit und Antiziganismus in den Medien, bei Polizei- und Sicherheitsbehörden und in der Sozialen Arbeit.

SONSTIGES

AGarbeitskampf_uhh – Studentische Hilfskräfte – Mehr als Sachmittel?! [Workshop]

Wir möchten bei unserem Workshop im Rahmen des Campus OpenAir über die Situation von Studentischen Hilfskräften (SHK) in Hamburg und den neusten Stand der Arbeitskämpfe der Studentisch Beschäftigten um deren Tarifvertrag in Berlin informieren.
Aber vor allem möchten wir ins Gespräch kommen, über die Realität des Studentischen Arbeitsalltages und darüber, wo es Handlungsbedarf gibt. Anschließend diskutieren wir über Perspektiven gemeinsamer Aktivitäten für Verbesserungen und möglicher Formen gewerkschaftlicher Organisierung.

Freitag der 13. für Arbeitgeber…

Die AGarbeitskampf_uhh fordert im speziellen die Verbesserungen der Arbeits- und Lohnverhältnisse im universitären Kontext. Wir sind uns bewusst, dass die Universität immer im Kontext der gesamte Gesellschaft gesehen werden muss. Arbeitskämpfe an Hochschulen sind eben nicht singulär zu betrachten, sondern spiegeln die gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse außerhalb der Unis wider, die ebenfalls gekennzeichnet sind durch Leih- und Zeitarbeit, befristete Arbeitsverhältnisse oder schlecht bezahlte Jobs im Allgemeinen.
Als Studierende suchen wir dementsprechend den Schulterschluss mit anderen gesellschaftlichen Akteuren und Organisationen und appellieren an diese, sich den Forderungen für lebensgerechte Arbeits- und Lebensverhältnissen anzuschließen, um so den gesamtgesellschaftlichen Anliegen, in positiver, kämpferischer Atmosphäre, Nachdruck zu verleihen!